
Auf Grund seiner pilztötenden Eigenschaft wird Dichlofluanid als Bläueschutzwirkstoff in lösemittelhaltigen Holzschutzmitteln und als Konservierungsmittel in wasserlöslichen Lacken bzw. Lasuren und Dispersionsfarben eingesetzt. Auch im Wein-, Gemüse- und Obstanbau findet es Anwendung.
Im chemischen Holzschutz liegen die Anwendungskonzentrationen bei 0,5 %.
Toxizitätsdaten über Dichlofluanid sind noch rar. Tierversuche ergaben Augenreizungen und Sensibilisierung. Letzteres zeigte sich auch bei Menschen, die in der Produktion dieses Wirkstoffes arbeiteten.
Der LD50-Wert liegt bei 5000 mg/kg. Das entspricht etwa der Giftigkeit von Kochsalz. Dahingegen ist Dichlofluanid bei inhalativer Aufnahme wesentlich toxischer (LC50(Ratte) 4 Stunden: 0.3 mg/l). Die Gefahrstoffverordnung stuft Dichlofluanid als reizend und umweltgefährlich ein.
Neueren Untersuchungen zufolge gibt es einige Hinweise auf ein mutagenes und krebserzeugendes Potential von Dichlofluanid.
Ein MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration) existiert nicht. Die Maximale Raumluftkonzentration (MRK) beträgt 120 µg/m³. Dieser Wert stellt eine Orientierungshilfe dar zur Bewertung von Schadstoffkonzentrationen im Innenraum von Privatwohnungen. Es soll darauf hingewiesen werden, dass dieser Wert lediglich empfehlenden Charakter aufweist.
Zusammenfassend läßt sich sagen, dass gerade sensible Menschen und Kinder durch Dichlofluanid beeinträchtigt werden können. Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Hämolyse, Anämie, Leber- und Nierenfunktionsstörungen oder Gewichtsverlust können auftreten.
Quellen:
"Gift im Holz", Bremer Umwelt Institut e.V. (Hrsg.), zu beziehen über Wielandstr. 25, 28203 Bremen, Tel. 0421/76078
"Umweltgifte-Diagnostik und Therapie", M. Daunderer, Kompendium der Klinischen Toxikologie Teil III-Band 13, Ecomed-Verlag 1991