1976 lag die weltweit produzierte DDT- Menge bei etwa 60.000 Tonnen. Wegen seiner hohen Flüchtigkeit und Persistenz, sowie der großen Produktionsmengen, ist DDT über der ganzen Erde verbreitet. Die Verbindung lässt sich selbst im Eis der Antarktis nachweisen. Hauptumwandlungsprodukt des DDT in der Umwelt ist das DDE. Über aerobe und anaerobe Umwandlungsprozesse bildet sich außerdem DDD.
DDT ist ein Insektizid mit breitem Wirkungsspektrum. Die Verbindung ist ein Teil des Anti-Malaria-Programms der WHO. Daher ist die Substanz auch heute noch in einigen Ländern als Gift gegen die krankheitsübertragenden Stechmücken im Gebrauch.
Seit dem 7.8.1972 ist in der BRD Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr, Erwerb, die Anwendung sowie das Inverkehrbringen von DDT verboten. In der ehemaligen DDR war die Verbindung jedoch noch bis Mitte 1991 zugelassen. Außerdem war DDT Bestandteil von Holzschutzmitteln.
DDT akkumuliert in der Nahrungskette. Daher verläuft heute der bedeutendste Aufnahmeweg über die Nahrung. 1979 gelangten weltweit rund 55.000 - 60.000 Tonnen DDT ins Freie. Die durchschnittliche Anwendungsmenge lag zwischen 0,5 bis 35 kg pro Hektar.
Der Organismus nimmt die Verbindung über die Lunge, den Magen-Darm-Trakt und die Haut auf.
DDT reichert sich sehr gut im menschlichen Körper an. Hauptspeicherorte sind das Fettgewebe, die Muttermilch und Blutprotein.
Der Hauptmetabolit im Blut ist das DDE, im Harn sind die wichtigsten Umwandlungsprodukte DDD und DDA.
Über Harn eliminiert der Körper DDT als DDA, über den Stuhl unverändert als DDT und DDE.
Symptome einer akuten Vergiftung sind Kopfschmerzen, Erregung, Benommenheit, Blutdruckabfall, Bewegungsstörungen, Zittern und Krämpfe.
Chronisch Belastete zeigen die typischen Symptome einer Chlorkohlenwasserstoffvergiftung. Es kommt zu einer Enzyminduktion in der Leber, Leberzirrhose und -fibrose, Hepatomegalie, Hepatomen und Fettleber.
Andere Autoren konnten jedoch bei DDT-Konzentration von 3,6 bis 18 mg pro Tag über 21 Jahre keine Leberschäden feststellen.
Toxische Dermatitis, Ekzeme, sowie Chlorakne können auftreten. Andere Anzeichen können Panmyelopthise, aplastische Anämie, Hirnatropie, Ataxie, sowie sensible und motorische Polyneuropathien sein. DDT unterdrückt die zelluläre und humorale Immunabwehr.
Trinkwasser: 0,1µg/l EDTA-Blut: DDT+DDE < 2,5µg/l
Hausstaub: < 1mg/kg Holz: < 1mg/kg
Feststoffe: < 1mg/kg
MAK-Wert: 1mg/m³ Luft
DDT und die Metabolite sind nicht in der MAK-Liste für krebserregende Stoffe aufgeführt. Krebserregende Wirkungen sind bislang nur in Tierversuchen untersucht worden.
Die Senatskomission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe sieht kein Risiko durch DDT während der Schwangerschaft. DDT und die Metabolite akkumulieren jedoch bevorzugt in der Muttermilch und gelangen auf diesem Weg auch in den Säugling.
DDT ist nicht in der MAK-Liste für Substanzen mit sensibilisierendem Potential gelistet.
Die Senatskomission hat DDT in die Kategorie H eingeordnet. Bei Substanzen dieser Kategorie besteht ein Risiko der Hautresorption.
Quellen: Kompendium Umweltmedizin, MEDI Verladsgesellschaft Hamburg
Umweltmedizinische Analysen, Labor Schiwara Bremen