Alarmierende Berichte von Gesundheitsproblemen und sogar von psychischen Störungen infolge DECT-Schnurlostelefonen häufen sich. In der baubiologischen Messpraxis machen wir seit mehreren Jahren die Erfahrung, dass solche Probleme insgesamt ebenso häufig oder sogar häufiger vorkommen als die schon länger bekannten gesundheitlichen Störungen infolge Mobilfunk-Basisstationen („Antennen“). Das hängt mit der immer größeren Verbreitung der DECT-Telefone zusammen.
DECT-Telefone verursachen ähnliche Symptome wie GSM/UMTS-Mobilfunksender, nämlich Kopfdruck/Kopfschmerzen, Schlafstörungen, nächtliches Schwitzen, Müdigkeit, Benommenheit, Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen, depressive Stimmung, Augen- und Ohrprobleme, häufige bis chronische Infekte, Herz- und Kreislaufprobleme, Gliederschmerzen, Gelenkentzündungen, Hormonstörungen, Gewichtszunahme, Haarausfall, Übelkeit. Bei Kindern werden oft Unruhe bis zur Hyperaktivität, emotionelle Instabilität und Probleme beim Hausaufgabenmachen beobachtet. – Die Ursache ist meist eindeutig, weil die Probleme nach dem Ersatz des DECT-Telefons z.B. durch ein Schnurtelefon dauerhaft verschwinden, bei Kindern manchmal fast über Nacht.
Schnurlose, nach dem DECT-Funkstandard gebaute Telefonapparate und -anlagen (DECT=Digital Enhanced Cordless Telecommunication) senden im Frequenzband von 1880-1900 Megahertz eine mit 100 Hertz gepulste Strahlung. Die Basisstation aller von 1996 bis 2005 verkauften DECT-Telefone sendet rund um die Uhr, 24 Stunden lang, ob telefoniert wird oder nicht. Die Strahlungswerte dieser Telefone betragen nahe der Basisstation bis zu 6 V/m (100’000μW/m²), bei gewissen älteren Modellen sogar noch mehr. Funktionelle Beschwerden und Entwicklung von Krankheiten infolge DECT-Telefonapparaten sind sehr häufig. Viele sind sich der Ursache ihrer Probleme nicht bewusst. Oft leiden auch Nachbarn von DECT-Telefonbesitzern. – Meist können an einer Basisstation mehrere (bis zu 6) mobile Handapparate betrieben werden. GAP (Generic Access Profile) bedeutet DECT. Alle heute produzierten Schnurlostelefone sind DECT-Telefone.
Gewisse Schnurtelefonmodelle und Faxtelefone(Hörer an der Schnur), die zusätzlich mit schnurlosen Handapparaten (Mobilteilen) betrieben werden können, senden DECT-Strahlung mit voller Leistung Tag und Nacht pausenlos aus, auch wenn gar keine Mobilteile dazugekauft bzw. betrieben werden. Ahnungslose Käufer, die ihr DECT-Telefon durch ein Schnurtelefon ersetzen wollten, wurden getäuscht: Sie hatten wiederum durchgehend volle DECT-Strahlung in ihrer Wohnung (Swisscom Top A507 ISDN; Top E604 ISDN; Top E614. Siemens Gigaset CX 253 ISDN. Gewisse Faxtelefone.). Kontrollieren Sie Ihr Schnur- oder Faxtelefon: Ist es vielleicht ein solches?
1. Bisherige „strahlungsarme“ DECT-Modelle fallen nach dem Auflegen des Mobilteils auf der Basisstation in einen „Schlafmodus“: Orchid LR128 und LR329; alle Swisscom- und Swissvoice-Modelle mit „Ecomode“; gewisse Siemens ECO DECT-Modelle (aber nicht alle!); AEG Fame 400; T-Com Sinus C11. Aber:
Vorsicht: Es gibt „strahlungsreduzierte“ Modelle (z.B. gewisse Siemens ECO-DECT-Modelle; einzelne Hagenuk-Modelle; weitere Marken), die nicht in einen Schlafmodus fallen, sondern bloß die Sendeleistung reduzieren. Dies genügt jedoch keinesfalls!
2. Die neusten „strahlungsarmen“ DECT-Modelle strahlen nur noch beim Telefonieren. Die Basisstation bleibt auch dann strahlungsfrei, wenn das Mobilteil abgehoben und mitgeführt wird. Die Strahlungsleistung wird bedarfsabhängig geregelt. Es können mehrere Handapparate angeschlossen werden. Längere Gespräche auf einem Schnurtelefon führen (gepulste DECT-Strahlung!). Vollständige, aktuelle Liste all dieser "DECT-Zero"-Apparate siehe www.baubiologie-virnich.de/pdf/DECT-zero.pdf
CT1+ Telefone mit ungepulster Strahlung sind in Deutschland erhältlich, z.B. www.telefonmanufaktur.de In der Schweiz wird ihr Betrieb offiziell noch toleriert; allerdings besteht kein Schutz vor Störungen mehr. Und wenn ein CT1+ Gerät andere Funkdienste stört, muss es ausser Betrieb genommen werden. Dieses Risiko ist jedoch vorderhand klein.
1. Empfohlen: Schnurtelefon (Hörer an der Schnur). Für empfindliche Menschen am sichersten sind analoge Schnurtelefone (d.h. nicht ISDN) ohne Netzteil 230 V. – Bei Beschwerden wegen dem Magnetfeld der dynamischen Hörerkapsel: Ein stark elektrosmog-reduziertes Telefon mit Piezo-Hörerkapsel ist das Litefon1020 mit Batterie statt Netzteil; CLIP-Funktion und Freisprechen, ohne Beantworter. Info unter www.telefonmanufaktur.de; in der Schweiz bestellen bei Heeb & Enzler AG (044 910 02 12). – Es gibt separate Beantworter, z.B. Tiptel 215, u.a. bei www.digitec.ch
2. Bedingt empfohlen: Vorhandenes CT1+ Schnurlostelefon weiter betreiben. Die analoge, ungepulste CT1+ Funkübertragung ist weniger risikoreich als die gepulste DECT-Strahlung, aber nicht harmlos. Längere Gespräche sollte man auf einem Schnurtelefon führen.
3. Bedingt empfohlen: DECT-Schnurlostelefon, das nur noch während des Telefonierens strahlt. Längere Gespräche auf einem Schnurtelefon führen (gepulste DECT-Strahlung!). – Mehrere Mobilteile pro Basisstation möglich. Ohne bzw. mit Beantworter. Achtung: Sicherstellen, dass Ecomode + wirklich programmiert ist. Zurzeit (April 2009) führen 3 Hersteller solche Typen:
4. Nicht empfohlen: DECT-Schnurlostelefon strahlungsfrei bei aufgelegtem Handapparat („Schlafmodus“). Diese Geräte sind wirklich nur dann (fast) strahlungsfrei, wenn das Mobilteil auf der Basisstation aufliegt. Sobald das Mobilteil abgehoben wird, beginnt die Basisstation wieder zu strahlen, gleichgültig, ob telefoniert wird oder nicht. Gerade ältere oder gehbehinderte Menschen führen das Mobilteil oft mit sich, sodass sie und ihre Nachbarn dauernd der Strahlung der Basisstation ausgesetzt sind. Achtung: Der Schlafmodus („Ecomode“) muss durch Programmierung aktiviert werden, damit er funktioniert.
5.Sofort außer Betrieb nehmen und korrekt entsorgen: Alle DECT-Telefone, deren Basisstation 24 Stunden lang ohne Unterbruch strahlt. Das sind alle von 1996 bis 2005 verkauften und viele der heute noch verkauften DECT-Modelle. – Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihrer Nachbarn wird es Ihnen danken.
Ein großes und stets zunehmendes Gesundheitsproblem sind die betriebseigenen, fest installierten, ständig strahlenden DECT-Telefonanlagen mit Zusatzantennen (Repeatern) in Spitälern, Heimen, Schulen, Bürogebäuden und Betrieben. Die Hersteller sind dringendst aufgerufen, gesundheitsverträgliche Alternativen zu entwickeln!
Bürgerwelle Schweiz April 2009